9. März 2026
Praxis statt Plenarsaal: Überblick über Familienarbeit vor Ort
Im Rahmen des Paritätischen Praktikums, veranstaltet vom Paritätischen Region Hannover, besuchte die Landtagsabgeordnete Swantje Schendel (Bündnis 90/Die Grünen) das Mehrgenerationenhaus des Mitgliedsvereins Mobile e.V. in Pattensen. Ziel des Formats ist es, politischen Entscheidungsträger*innen direkte Einblicke in die Praxis sozialer Arbeit zu ermöglichen und den Austausch zwischen Politik und sozialen Organisationen zu stärken.
Mobile e.V. hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1999 von einem kleinen Spielkreisel zu einem modernen Mehrgenerationenhaus entwickelt. Heute bietet der Träger ein breites Spektrum an Angeboten – darunter Hort- und Kindergartenbetreuung, Familienzentrumsarbeit sowie niedrigschwellige Beratungs- und Begegnungsangebote für Familien. Offene Elterntreffs, Bildungsangebote und Kooperationen mit verschiedenen Bildungspartnern gehören ebenfalls zum Konzept der Einrichtung.
Während des Besuchs wurde deutlich, vor welchen aktuellen Herausforderungen Einrichtungen der Familien- und Bildungsarbeit stehen. Themen wie Fachkräftemangel, der Rückgang der Geburtenzahlen und gleichzeitig steigende Erwartungen von Eltern prägen den Arbeitsalltag vieler Träger. Innerhalb eines Jahres verzeichnete die Einrichtung beispielsweise 129 freie Betreuungsplätze – ein Hinweis auf die sich verändernde Nachfrage nach Betreuungsangeboten.
Gleichzeitig entwickeln die Fachkräfte ihre Angebote kontinuierlich weiter. Ganztagsbetreuung, inklusive Ansätze und Bildungspartnerschaften werden ausgebaut, während qualitative Standards und eine konsequente Orientierung an den Bedürfnissen von Kindern und Familien im Mittelpunkt stehen.
Im Gespräch mit Sandra Hülsmann aus der Geschäftsführung, Kitaleiterin Daniela Kalla, den sozialpädagogischen Assistentinnen Andrea Gürich und Martina Höpfner sowie den Erzieherinnen Jessica Steeneveld und Karin Schulz-Kammlage erhielt die Abgeordnete Einblicke in den Arbeitsalltag und die Herausforderungen der pädagogischen Praxis.
Begleitet wurde der Termin auch von der Geschäftsführerin des Paritätischen Region Hannover, Bianka Bradler, die ergänzend über die Rolle des Verbandes als Dachorganisation und über Unterstützungsangebote für Mitgliedsorganisationen informierte.
Der Besuch machte deutlich, wie wichtig Orte der Begegnung, Beratung und Bildung für Familien sind – und wie zentral eine enge Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen und freien Trägern ist, um die Qualität sozialer Angebote langfristig zu sichern.
Das Paritätische Praktikum schafft Raum für direkten Austausch zwischen Politik und Praxis – mit dem Ziel, soziale Arbeit sichtbar zu machen, Herausforderungen besser zu verstehen und gemeinsam Lösungen für Kinder, Familien und Fachkräfte zu entwickeln.